Bringt Künstliche Intelligenz mehr Kreativität in unser Leben?

Mumbi Odame

KI ist überall, sie scheint zu einem unverzichtbaren Werkzeug zu avancieren. Aber wollen die Menschen wirklich mit einem künstlichen Verstand interagieren? Oder ist die Angst vor dem Verlust der Arbeit oder gar des eigenen Sinns zu groß? Mumbi Odame, CEO von Motivation by Design (Pty) Ltd, liefert uns einige interessante Fakten über ihr Verständnis von Künstlicher Intelligenz. Im Interview berichtet sie auch über die Rolle der menschlichen Verbindung in einer hyperverbundenen und digitalisierten Welt. Eine Tatsache, die ich Ihnen jetzt schon verraten kann: Menschen werden nicht aufhören zu kommunizieren und Künstliche Intelligenz kann Menschen innerhalb und außerhalb des Kundendienstes helfen, ihre Kreativität zu entwickeln!

Mumbi Odame gehört zu den ersten drei Certified Customer Experience Professionals (CCXP) in Afrika. Sie ist in der Finanzbranche zu Hause und verfügt über vielfältige Erfahrungen im Front-, Middle- und Backoffice, was bei der Entwicklung und Implementierung von CX-Strategien, die von einem echten menschlichen Element untermauert werden, einen Vorteil bringt.

Mumbi Odame ist Leiter Business Enablement und Solutions Delivery bei Barclays Africa. Aus ihrer Leidenschaft heraus, die Customer Experience in Afrika zu erweitern, gründete sie Motivation by Design (Pty) Ltd. Dort arbeitet Mumbi Odame mit Unternehmen zusammen, um systemische und nachhaltige Geschäftsmodelle zu entwickeln, die sich auf den Kunden konzentrieren und gleichzeitig Customer Experience Training, Coaching und Mentoring fördern.

KI als großes Versprechen

Künstliche Intelligenz verspricht, vielen Branchen – inklusive dem Kundenservice –  große Vorteile zu verschaffen. Ist KI unentbehrlich geworden? Und sind Kunden überhaupt bereit, mit einem künstlichen Verstand zu interagieren?

Service per Definition ist die Handlung, einen Kunden vor, während oder nach dem Kauf zu unterstützen. KI bietet die Möglichkeit, eine Vielzahl von Aktivitäten zu automatisieren und dabei eine Kosteneffizienz zu erzielen, sie ermöglicht aber auch eine konsistente Kundenerfahrung. Kundeninteraktionen erfüllen sowohl funktionale als auch emotionale Bedürfnisse. In den meisten Fällen hat KI aber noch nicht die Fähigkeit, die emotionalen Bedürfnisse zu erfüllen und deshalb wollen wir immer noch mit Menschen kommunizieren. Darüber hinaus sind wir soziale Wesen und der Aufstieg der sozialen Medien ist ein Beweis dafür, dass wir uns mit anderen Menschen verbinden möchten. Meiner Meinung nach gibt es Raum für KI, aber es wird auch immer Raum für menschliche Interaktionen geben. Ich erwarte jedoch, dass sich die Art der Interaktion und die Aktivitäten, an denen wir uns als Menschen beteiligen, verändern werden.

Ein Ansatz der KI-Implementierung

Wie sollte ein Unternehmen die Implementierung von KI angehen, um die Kundenerfahrung zu verbessern? Würden Sie Ihre Ratschläge oder konkrete Beispiele mit unseren Lesern teilen?

Künstliche IntelligenzWie bei jeder neuen Innovation in Unternehmen ist der Dancefloor-Ansatz zu empfehlen. Ich beschreibe diesen Ansatz folgendermaßen: Auf dem Balkon stehen, die Tanzfläche beobachten und dabei beginnen zu verstehen, was KI für die eigene Organisation tun kann. Wie jede Technologie ist KI ein Enabler. Es ist daher wichtig zu verstehen, welches Problem Sie lösen möchten und ob KI die beste Lösung für dieses Problem darstellt. Um Kundenerfahrung zu bieten, müssen Sie Ihr Markenversprechen konsequent einhalten. Sie müssen Ihr eigenes Markenversprechen verstehen, die Zielgruppe definieren und dabei überlegen, wie Sie dieses Markenversprechen konsequent und bei jeder Interaktion mit der Zielgruppe liefern können. Wenn man die Fähigkeiten von KI-Lösungen versteht, gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten, wie man diese konsistent nutzen kann. Wichtig ist, dass klar ist, wie KI Ihr Geschäft effektiv und effizient macht.

Menschliche Verbindung in einer hypervernetzten Welt

Sie sind begeistert von der Rolle der menschlichen Verbindung in einer hyperverbundenen und digitalisierten Welt – können Sie uns mehr darüber erzählen?

In einer relativ zynischen und oft grausamen Welt glaube ich voll und ganz an die Menschen und ihre Fähigkeit, alles zu transzendieren, was ihnen in den Weg kommt. Von dieser Grundlage ausgehend glaube ich, dass die Fähigkeit, sich miteinander zu verbinden, die nützlichste Fähigkeit ist, die wir heute in der Welt brauchen. Technologie wird für uns tun, was wir von ihr verlangen. Eine der Ängste der Menschen gegenüber KI ist, dass sie die Welt übernehmen wird und wir als Menschen die Kontrolle darüber verlieren werden. Aber das wird nur passieren, wenn wir die KI so programmieren. Ich weiß, dass das naiv klingt, aber wir haben die Kontrolle darüber, wie wir diese Maschinen konfigurieren.

Die zweite Angst ist, dass wir keine Arbeitsplätze mehr haben werden. Ich denke, das Thema der Jobs kommt daher, dass wir unsere Identität mit unserer Arbeit verbinden. Wir werden durch das definiert, was wir tun, und wenn wir keine Jobs haben, dann haben wir keine Ahnung, wer wir sind. Zum Glück beginnen die jüngeren Generationen, das zu ändern. Sie wollen Arbeit als Mittel zur Unterstützung ihres Lebensstils und nicht als Lebensstil selbst. Wir als Menschen sind größer als jede andere Arbeit und ich glaube, wir werden nie zu einem Punkt kommen, an dem wir uns nicht als Menschen miteinander austauschen wollen. Das Wachstum von Yoga und Meditation ist ein guter Indikator dafür, was Technologie für uns tut, wir haben mehr Raum und Zeit und wir entdecken bald, dass die Verbindung mit uns selbst der Ausgangspunkt für die Verbindung mit anderen ist. Kreativität ist das Ergebnis dieser Verbindung und mit all dieser Kreativität brauchen wir eine Künstliche Intelligenz, um sie zum Leben zu erwecken.

Innovationen in Afrika

Die meisten Leute schauen gerne ins Silicon Valley, wenn es um Innovationen geht. Sollten wir einen Blick nach Afrika werfen, wenn es um innovative Kundenerfahrungen geht?

Das alte Sprichwort, Notwendigkeit ist die Mutter der Erfindung, gilt auch heute noch. Das Silicon Valley wird auch weiterhin für die Probleme innovative Lösungen finden, die sie leidenschaftlich interessieren und die für sie geschäftlich sinnvoll sind. Im Gegensatz dazu hat Afrika weiterhin mit sozialen Problemen zu kämpfen, und die Grundbedürfnisse sind für die meisten Menschen nach wie vor schwierig zu erfüllen. Wir werden daher weiterhin Innovationen auf dem Kontinent haben, um diese Probleme zu lösen. Die Herausforderung besteht darin, wie Innovation zielgerichtet auf die Lösungen von Grundbedürfnissen wirtschaftlich rentabel gemacht werden können. Ich denke daher nicht, dass es sich um eine Debatte im Silicon Valley oder in Afrika handelt. Es ist der Ansatz des Silicon Valleys und Afrikas, bei dem jeder ein Stück des Puzzles liefert. Sie können nicht im Silicon Valley sitzen und eine Lösung für ein afrikanisches Land schaffen, ohne das Problem auf der Basis zu begreifen und zu verstehen. Es bietet jedoch viele Vorteile für Afrika, sich mit den Innovationen zu beschäftigen, die aus dem Silicon Valley kommen und weiterhin hervorgehen, um intelligente Lösungen für die Herausforderungen auf dem Kontinent zu schaffen. Darüber hinaus ist Afrika vielfältig und eine einzelne Lösung für das eine Land wird nicht unbedingt für das nächste funktionieren, und das ist der Grund, warum es auf dem Kontinent viele Möglichkeiten gibt. Das Bildungsniveau in Afrika ist jedoch hoch und nimmt weiter zu und da immer mehr Menschen Innovation aus anderen Märkten ausgesetzt sind, wird Afrika weiter steigen.

Künstliche Intelligenz: Wie Sie aus Kundendaten Geld machen

In 5 Schritten zum KI Einsatz: Erfahren Sie von führenden Experten, wie Sie Künstliche Intelligenz in Ihrem Unternehmen einsetzen und wie Sie so endlich aus Kundendaten Umsatz generieren.

Den Original-Beitrag in englischer Sprache finden Sie auf der englischen Version unseres Blogs.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.