Wer oder was ist Pivoting?

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Pivoting gehört bei Startups zum guten Ton, liest man immer wieder. Doch was genau ist mit diesem Pivot gemeint und welche Unternehmen haben sich diesem Prozess schon erfolgreich unterzogen? Wir geben Antworten auf diese und weitere Fragen und erklären, warum diese Methode für innovativen Kundenservice unerlässlich ist!

Was genau ist das Pivoting?

Unter Pivoting versteht man im Business-Kontext eine substanzielle Änderung des Geschäftsmodells. Wenn Sie also eine Idee haben, diese in die Tat umsetzen und dann jedoch anhand von Kundenfeedback merken, dass die Welt Ihr Produkt nicht benötigt, beerdigen Sie die Idee und ändern Ihr Geschäftsmodell radikal.

Dieses Umschwenken ist in der Startup Szene mittlerweile ein Muss, denn zahlreiche Studien haben belegt, dass die Mehrheit erfolgreicher Unternehmen einen Pivot bereits durchlaufen ist.

Auf wen geht das Pivoting zurück?

Geprägt wurde der Begriff durch Silicon-Valley-Entrepreneur Eric Ries, der vielen wahrscheinlich als Begründer der Lean-Startup-Methode bekannt ist. Denn genau diese Methode sieht ein permanentes Pivoting vor: (Potenzielle) Kunden werden nach ihrer Meinung befragt, Geschäftsideen werden dank dieser Meinung ständig optimiert und sofort verworfen, wenn sie sich nicht als markttauglich erwiesen haben – und das alles ohne Verschwendung und immer im Kreislauf!

„Pivoting represents some of the best methodology that the Valley has invented. Starting something, determining it’s not working, and then leveraging aspects of that technology is extremely powerful.“

Venture capitalist Tony Conrad

Der richtige Zeitpunkt für das Pivoting

ZeitWährend zahlreiche junge Unternehmen auf die Lean-Startup-Methode setzen und Pivots vollziehen, tun sich gerade etablierte Unternehmen schwer darin sich einzugestehen, dass die ursprüngliche Idee oder Strategie nicht mehr zum Erfolg führt.

Dabei ist der Zeitpunkt für einen Pivot entscheidend! Erfolgt dieser zu früh, sind Markt und Nutzer eventuell noch nicht bereit für diese Änderung. Handeln Sie hingegen zu spät, verlieren Sie wahrscheinlich den Kampf gegen Konkurrenten und können diese eventuell auch nicht mehr einholen. Zahlreiche Unternehmen wie Kodak und Quelle können das belegen.

Daher ist das Kundenfeedback entscheidend: Denn nur so können Sie den richtigen Zeitpunkt für Ihren Pivot erkennen! So wird Ihr Kundenservice auch zum Innovationstreiber und top aktuell in einer digitalen Welt.

Welche Arten gibt es, einen Pivot durchzuführen?

Es gibt verschiedene Wege, einen Pivot durchzuführen:

  • Sie reduzieren radikal das nicht funktionierende Produkt oder die Dienstleistung und fokussieren sich stattdessen auf ein einziges Feature Ihres Produkts.
  • Sie richten Ihr Produkt oder Ihre Dienstleistung auf eine komplett neue Zielgruppe aus. 
  • Sie behalten die ehemalige Zielgruppe im Blick, ändern jedoch das Produkt. 
  • Sie ändern das Preismodell.

Beispiele für erfolgreiche Pivots

Instagram

InstagramBevor Instagram zur beliebten Foto- und Videosharing-Plattform wurde, war es unter dem Namen Burbn als Check-In-Plattform mit Gaming-Elementen mehr oder weniger bekannt. Co-Founder Kevin Systrom erkannte jedoch schnell, dass Burbn meist wegen der Fotoshare-Funktion genutzt wurde und legte somit den Grundstein für die jetzige Erfolgsgeschichte.

YouTube

2005 startete YouTube als Video-Dating-Plattform. Die User wollten jedoch keinen Partner finden, sondern lieber witzige Videos hochladen und so veränderten die Gründer ihr Geschäftsmodell und der Rest ist Ihnen sicherlich bekannt…

Twitter

Twitter wurde ebenfalls 2005 gegründet, jedoch unter dem Namen Odeo und als Podcast-Such-und-Abo-Plattform. Die Short-Messaging-Funktion entstand nebenbei als firmeninternes Klein-Projekt.

Slack

SlackAuch der Chat-Dienst Slack war wie Twitter ein Nebenprodukt. Es wurde zur besseren Kommunikation mit externen Programmierern entwickelt. Der einstige Plan, ein Massive Multiplayer Online Game zu programmieren, scheiterte und das Team konzentrierte sich auf Slack.

Nokia

Ein sehr gutes Beispiel für ständiges Pivoting bietet Ihnen jedoch nicht ein Startup, sondern das finnische Unternehmen Nokia. 1856 starte es als Papiermühle, 1898 schwenkte das Unternehmen auf die Produktion von Gummi-Schuhen um und weitere Pivots folgten, bis Nokia zum Weltmarktführer in Sachen Mobilfunk wurde – zumindest einige Jahre.

Nintendo

Nintendo  produzierte 1889 Blumen-Spielkarten, die sogenannten Hanafuda. Viele Jahrzehnte lief das Geschäft gut, doch die voranschreitende Technisierung führte zu einem Umschwung, sodass nach vielen unterschiedlichen Wechseln Nintendo zu einem erfolgreichen Spielkonsolen-Hersteller wurde.

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